Der Tagesspiegel berichtet aktuell:
Bis 2013 rechnet das Bundesfinanzministerium mit Ausfällen von 361 Milliarden Euro. Damit wären die Zahlen von Finanzminister Steinbrück hinfällig. Dieser hatte vergangene Woche von bis zu 350 Milliarden Euro gesprochen.
Nun ist das eine Meldung für den Bund und der ein oder andere Leser wird fragen, was das mit Langerwehe zu tun hat. Ich möchte nochmals darauf hinweisen: Eine ganze Menge.
Denn wie ich bereits klargestellt habe, geht man in Langerwehe in den nächsten Jahren brav von steigenden Steuereinnahmen aus – was mit der Realität nicht nur wenig zu tun hat, sondern inzwischen gar nichts mehr. Dazu kommt die Tatsache, dass unser Gemeinde-Haushalt schon jetzt ein Defizit von ca. 2 Millionen Euro aufweist und alleine bei der Gewerbesteuer, einem der beiden Standbeine in Langerwehe, ein massiver Ausfall droht.
Es wurde mit Rückgriff auf meine Ausführungen hier im Blog eine Anfrage an den Bürgermeister diesbezüglich formuliert, um den Sachstand abzufragen – eine Antwort liegt mir noch nicht vor. Sicher schon schlimm genug und ein deutliches Zeichen, dass man hier im Dorf noch nicht verstanden hat, dass sofort gehandelt werden muss – in der gleichen Zeit präsentiert sich der Bürgermeister in der Presse und zerschlägt jede Hoffnung auf nur einen Funken Mehreinnahmen hier im Dorf.
Ich bin davon überzeugt, dass wir Einwohner von Langerwehe in 1–2 Jahren die Rechnung für die fehlende Weitsicht zahlen müssen: Sobald der Haushalt “platzt” wird die Gemeinde einerseits radikal sparen müssen, andererseits die Abgaben erhöhen müssen, die sie als einziges direkt anheben kann – von Benutzungsgebühren bis hin zur Grund– und Gewerbesteuer.
Um das deutlich zu sagen: So fantasielos “weitermachen wie bisher” ist schon der Grund, warum es uns im Haushalt in Langerwehe schlecht geht – jetzt in besonders stürmischen Zeiten dann nicht den Mut für auch nur die kleinste Maßnahme zu zeigen, ist die Garantie dafür, dass sich Verwaltung und Politik in den nächsten 10 Jahren nur noch um das Thema Schuldentilgung kümmern können – anstatt um die Frage, wie wir unser Dorfleben qualitativ gestalten. So dramatisch es klingt: In diesen Tagen entscheiden wir alle in unserem Dorf, wie wir hier in den nächsten Jahren leben wollen.