Ich hatte berichtet, dass gestern im Rat über ein Ratsinformationssystem abgestimmt wurde. Und ich hatte angekündigt, dass ich dem – trotz meiner Einstellung, dass man so ein System braucht – nicht zustimmen kann. Hintergrund (ich zitiere mich selbst):
Der Vorschlag der Verwaltung beziffert auf gut 17.000 Euro in den nächsten 3 Jahren. Da wir in Langerwehe im Haushaltssicherungskonzept stecken und bei sozialen Belangen wie Vereinen ohnehin schon am unteren Limit kratzen, finde ich es schwierig, hier eine hohe fünfstellige Summe nicht für das Gemeindeleben zur Verfügung zu stellen. Das wird bei mir in der persönlichen Wertung auch nicht mehr dadurch aufgewogen, dass es hier auch um Image-Fragen und “Bürgernähe” geht. Ich glaube, dieser Beschluss käme zum jetzigen Zeitpunkt unpassend, das Geld sollte für soziale Bereiche angesetzt werden und wir sollten den Beschluss darüber vertragen.
Das habe ich gestern dann auch kurz gesagt, letztlich aber wurde der Punkt nicht vertagt. Er wurde aber auch weder beschlossen noch abgelehnt. Hr. Knorr von den Grünen hatte vorgetragen, dass er der Gemeindeverwaltung Angebote verschiedener Anbieter eines Ratsinformationssystems vorgelegt hätte. In der Vorlage gestern wurden die aber weder erwähnt, noch geprüft. Hr. Knorr machte deutlich, dass das so einfach zu wenig ist – dem schlossen sich FDP und SPD an. Nachdem ich meine Gründe ausgeführt hatte, meinte ich, auch hier an der ein oder anderen Stelle Zustimmung zu erfahren.
Letztlich gab es ein kleines und krudes Abstimmungschaos, was dazu führte, dass letzten Endes zu diesem Punkt nun gar kein Beschluss existiert. Ich denke, nach den Sommerferien werden wir das Thema noch einmal betrachten – vielleicht mit einem Blick auf weitere (günstigere) Anbieter. Ich selbst finde es schade und möchte unbedingt so ein System haben, das stelle ich hier noch einmal klar. Angesichts der finanziellen Lage und den Streichungen u.a. bei den Sportvereinen in den vergangenen Jahren habe ich aber schlicht ein Gewissensproblem und glaube nicht, dass man diesen Beschluss über diese Summe den Menschen in Langerwehe zum jetzigen Zeitpunkt vermitteln könnte.